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Zum ersten Mal ohne uns: Unsere Erfahrung mit dem Feriencamp

Feriencamp für Sohn Erfahrungen

Sechs Wochen Sommerferien klingen erst einmal schön. Für Eltern beginnt damit aber oft auch die Frage, wie man die ganze Zeit organisiert. Zwei Wochen Urlaub hatten wir gemeinsam geplant, ein paar Tage konnten die Großeltern übernehmen. Trotzdem blieb noch eine Woche übrig, für die uns lange keine gute Lösung einfiel. Dann sagte unser Sohn eines Abends beim Essen: „Mama, ich will auch mal in so ein Camp. Mit Übernachtung.“

Meine Begeisterung hielt sich im ersten Moment in Grenzen. Unser Sohn war zehn und bis dahin höchstens mal eine Nacht bei einem Freund geblieben. Eine ganze Woche ohne uns fühlte sich deshalb ziemlich lang an. Ihn selbst schien das deutlich weniger zu beschäftigen. Er fand die Idee von Anfang an großartig.

Inhaltsverzeichnis

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  • Die Suche nach einem passenden Camp
  • Kofferpacken und Abschied
  • Das Wiedersehen
  • Unser Fazit

Die Suche nach einem passenden Camp

Also begann ich, mich nach Feriencamps umzusehen. Die Auswahl war größer, als ich erwartet hatte. Für uns war schnell klar, dass es etwas mit viel Bewegung sein sollte. Unser Sohn ist ohnehin am liebsten den ganzen Tag draußen und probiert gerne neue Sportarten aus. Mindestens genauso wichtig war mir die Betreuung. Ich wollte wissen, wer vor Ort für die Kinder verantwortlich ist, wie der Tagesablauf aussieht und ob auch nachts jemand ansprechbar ist.

Am Ende entschieden wir uns für ein Sportcamp von Move-It. Dort werden Sport- und Adventurecamps mit Übernachtung und als Tagescamp angeboten. Gut fand ich vor allem, dass im Trainerteam viele Sportwissenschaftler und Sportstudenten arbeiten und die Kinder rund um die Uhr betreut werden. Gebucht haben wir eine Woche im klassischen Sportcamp. Auf dem Programm standen unter anderem Fußball, Basketball und Beachvolleyball, aber auch Sportarten, mit denen ich vorher wenig anfangen konnte. Bei „Headis“ musste ich zum Beispiel erst einmal nachschauen, was das überhaupt ist.

Kofferpacken und Abschied

Beim Packen zeigte sich dann, dass unser Sohn zwar unbedingt allein ins Camp wollte, aber trotzdem noch nicht ganz auf vertraute Dinge verzichten konnte. Neben Sportsachen, Regenjacke und Sonnencreme kam auch sein Lieblingskuscheltier mit. Allerdings ganz unten in den Koffer, damit es möglichst niemand sehen würde.

Der Abschied verlief überraschend schnell. Ein kurzes Winken, ein „Tschüss, Mama“, und schon war er mit den anderen Kindern beschäftigt. Ich hatte mir vorher ausgemalt, dass der Moment viel dramatischer werden würde. Tatsächlich stand ich länger da als er. Zu Hause war es in den ersten Tagen ungewohnt ruhig. Das Kinderzimmer blieb ordentlich, niemand ließ Schuhe im Flur liegen, und beim Abendessen fehlte plötzlich einer, der ständig dazwischenredete. Entspannend war das schon. Gleichzeitig schaute ich öfter aufs Handy, als ich zugeben möchte.

Aus dem Camp kamen nur wenige Nachrichten. Meist waren es kurze Antworten wie „Alles gut“ oder „Bin gerade beim Sport“. Anfangs hätte ich gern etwas mehr gehört. Nach zwei oder drei Tagen fand ich es aber beruhigend. Offenbar hatte er einfach genug zu tun. Ganz ohne kleine Probleme lief die Woche natürlich nicht. Ein T-Shirt blieb irgendwo liegen, die Trinkflasche kam mit einer großen Delle zurück, und das Essen war seiner Meinung nach „manchmal okay und manchmal komisch“. Besonders schlimm konnte es trotzdem nicht gewesen sein, denn über Hunger hatte er sich während der Woche kein einziges Mal beschwert.

Das Wiedersehen

Rückkehr meines Sohnes vom Feriencamp

Als wir ihn nach einer Woche abholten, sah er ziemlich müde aus. Er war braun geworden, hatte ein aufgeschlagenes Knie und war vom vielen Rufen und Anfeuern heiser. Auf der Heimfahrt erzählte er fast ohne Pause. Es ging um die anderen Jungs aus seinem Zimmer, ein Turnier am letzten Tag, eine Wasserschlacht und um die Trainer. Die seien „manchmal streng, aber trotzdem cool“ gewesen.

Nicht alle Geschichten verstanden wir sofort, weil uns Namen, Teams und Camp-Witze fehlten. Das störte ihn nicht. Er erzählte einfach weiter. In den Tagen danach fiel uns auf, dass er einige Dinge plötzlich selbstverständlicher erledigte. Morgens deckte er seinen Platz am Frühstückstisch selbst und räumte sein Geschirr weg. Auf die Frage, warum das jetzt so gut funktioniere, meinte er nur: „Im Camp hat das auch jeder gemacht.“ Mit zwei Jungen aus seiner Gruppe hat er noch Kontakt. Und nach ein paar Tagen fragte er, ob er im nächsten Sommer wieder mitfahren könne. Zwei Wochen müssten es aus meiner Sicht nicht gleich sein. Darüber können wir dann noch verhandeln.

Unser Fazit

Für uns war das Feriencamp zunächst vor allem eine praktische Lösung für eine Woche in den Sommerferien. Im Nachhinein war es aber auch ein wichtiger Schritt für unseren Sohn. Er hat gemerkt, dass er eine Woche ohne uns gut zurechtkommt, neue Leute kennenlernt und sich in einer fremden Umgebung einfinden kann. Und wir haben gemerkt, dass wir ihm das zutrauen können.

Natürlich war nicht plötzlich alles anders, als er zurückkam. Sein Zimmer war nach wenigen Tagen wieder genauso unordentlich wie vorher, und auch beim Tischdecken braucht er inzwischen gelegentlich eine Erinnerung. Trotzdem scheint ihm die Woche gutgetan zu haben. Für das erste Mal allein im Feriencamp war es für uns deshalb die richtige Entscheidung.

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Amelie Pohl

Ich bin Amelie und blogge seit 2024 auf MissMoments.de. Schreiben ist für mich mehr als ein Hobby – es ist eine Leidenschaft, mit der ich meine Gedanken zu Themen wie Mode, Beauty, Gesundheit, Sport und Reisen teile. Für mich sind diese Bereiche miteinander verbunden und zeigen, wie kleine Dinge Großes bewirken können. Neben Instagram ist meine Webseite mein kreativer Raum, um mich auszudrücken und mit euch zu verbinden.

Kommentare

  1. Sophie7 sagt:
    August 20, 2026 um 5:26 p.m. Uhr

    Das mit dem Kuscheltier ganz unten im Koffer hat mich schmunzeln lassen, das hätte hier warscheinlich genauso ausgesehen. Diese knappen „Alles gut“-Nachrichten kenne ich auch von Klassenfahrten, man hängt dann doch dauernd am Handy.

    Antworten

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